Gipfeldaten
Ben Nevis
Land: England
Region:Schottische Highlands
Gipfelhöhe:1344 über n.N.
Routen:2 gefunden
Links:



Route Aufstieg:

Startpunkt:Fort Williams
Über:Glen Nevis Besucherzentrum
Über:Autobahn bergauf
Über:Loch Meall - Bergsee
Über:Schotterfeld
Zielpunkt:Ben Nevis Gipfel
Dauer Aufstieg:ca. 3 Std.
Höhenmeter:ca 1300m

Route Abstieg:

Startpunkt:Ben Nevis Gipfel
Über:Ostflanke
Über:Carn mor Dearg
Über:Durch das Tal der Steine
Über:Loch Meall - Bergsee
Über:Autobahn bergab
Über:Glen Nevis Besucherzentrum
Zielpunkt:Fort Williams
Dauer Abstieg:ca. 4,5 Std.

Besonderheiten Aufstieg:

Ab etwa der Hälfte des Weges steile Anstiege im Schotter. Vielbegangener Weg, verlaufen unmöglich.
Besonderheiten Gipfel:

Der höchste Punkt Englands ist gleich ein ganzes Plateau, das ausreichend Platz bietet für alle Besucher.
Die Ruine eines Observatoriums rundet den Gesamteindruck ab. Die 300 Meter hohe Nordwand ist die höchste Felswand in Großbritannien.
Besonderheiten Abstieg:

Interesanter, anspruchsvoller Weg über einen steilen Grat. Trittsicherheit erforderlich

Tourenbeschreibung Teil1:

Oxford, irgendwann im Herbst 2006. Die Arbeit im Miniwerk ist getan, Ab geht es in die Unterkunft. Schnelles einladen in den tschechischen Audi 80. Mein Kollege und ich machen uns gegen 17:00 auf die Reise. Ca. 700 Km quer duch Engand in die schottischen highlands stehen uns bevor. Als es langsam dunkel wird, die ersten 400 Km hinter uns liegen, sehen wir die ersten Hügel im sonst so flachen England. Unser beider Herzen hüpfen. Glasgow, wir merken, das wir langsam in Schottland sind. Die Reise geht weiter.
Gegen 2 Uhr Nachts kommen wir in Fort Williams an. Suche nach einem Parkplatz. Die Polizei hält uns an und fragt was wir hier machen. Sie geleiten uns zu einem großen Parkplatz, auf dem wir übernachten können. Wir warten ein paar Minuten und fahren weiter. Am Fusse des Ben Nevis werden wir dann fündig. Eine Feldeinfahrt soll unser Schlafplatz werden. Nach einem Welcome - Bier geht es dann gegen Drei Uhr Nachts zum Schlafen - mein Kollege neben und ich im Auto. Super Nacht - es ist morgen - die Sonne lacht - unser Herz bei diesem schönen Wetter auch!




Tourenbeschreibung Teil2:

Von unserem Schlafplatz ging es dann zur Infohütte am Fuße des Ben Nevis`s auf der Ost Seite. Hier findet man zum einen Parkmöglichkeiten, zum anderen ist hier auch gleich ein beliebter Einstiegspunkt für die Tour.
Vorbereitet war ich auf eine einfache Tour. Immerhin hat der Berg nur eine Gipfelhöhe von 1344 Metern. Erst später machte ich mir Gedanken darüber, das die Ablaufhöhe ja fast bei 0 mNN liegt und es deshalb auch 1344 Höhenmeter sind, die gelaufen werden mussten. Auch war das die erste Bergtour seit über einem Jahr sportlicher Abstinenz. Aus Erfahrung hatte ich dennoch genügend zu trinken mit.

Die ersten Meter geht es über einen sehr gut ausgebauten Weg nach oben. Zuerst über Wiesen mit den für England so typischen Weidegattern, die nur überstiegen werden können. Nach etwa 20 Minuten erfolgt dann der erste Aufstieg. Durchaus steil zieht der Weg sich relativ gerade nach oben. Der Untergrund ist fest und selten muss man mal eine kleine Stufe steigen. Das einzige Problem, das auf diesem Weg auftreten kann, sind Verkehrshindernisse in Form von langsam laufenden Reisegruppen mit einem Durchschnittsalter von über 60 Jahren. Meine Fitness machte mir allerdings nach der ersten Stunde schon leichte Probleme, so dass ich das Tempo ein gutes Stück reduzieren musste. Mein Kollege hatte es da etwas besser. Durchtrainiert wie er war konnte er ohne körperliche Mühen den Berg hinaufgehen. Nach etwa 1,5 Stunde kamen wir - dennoch gemeinsam – auf ein Zwischenplateau. Ein recht netter See mit dem Namen Loch Meall. Erste Pause.

Nach einer kleinen Stärkung ging es dann bald weiter zu Teil zwei des Aufstiegs. Nach kurzer Zeit wechselte der Weg zu einem gut ausgetretenen Schotterpfad. Schier endlos zog sich der Pfad von Serpentine zu Serpentine. Nichts als Schotter. Meine Fitness war schon fast auf dem Nullpunkt angelangt, als sich endlich der Blick auf den Gipfel eröffnete. Die Massen an Touristen, die auf dem Berg waren, ließen uns jedoch kurz vor dem Gipfel links abbiegen. Auf diesem „Vorgipfel“, etwa 200 Meter vom Ziel entfernt suchten wir uns ein windschattiges Plätzchen und beobachteten das Treiben auf dem Gipfel. Zeit auch, um in Ruhe den wunderschönen Ausblick zu genießen und Fotos zu machen. Nach 45 Minuten gingen wir dann zum Gipfel.

Bei fast 300 Regentagen hatten wir mit dem Wetter tierisches Glück – und das nutzten auch viele andere. Mit Mühe und Not bekamen wir noch ein Plätzchen für die Gipfelpause. Wir sahen uns die Ruinen an und machten uns bald an den Abstieg. Kurzfristig entschieden wir uns für Variante 1 – den Abstieg über die Ostflanke des Gipfels.












Tourenbeschreibung Teil3:

Der Abstieg begann in einem steilen Felsmeer. Die meist quaderförmigen Feldblöcke erforderten etwas Trittsicherheit und Geschick. Ich denke im Aufstieg wären sie fast einfacher zu gehen. Nach etwa 200 Höhenmeter gelangt man dann auf einen Grat, der den Ben Nevis mit dem Carn mor Dearg verbindet und dabei das Tal auf der Nordseite des Ben Nevis`s abschließt. An der engsten Stelle des Grates hat man eine Wegbreite von etwa 50 cm, auf sehr zerklüftetem Stein mit teils hohen Absatzten. Bei nassem Stein würde ich diese Strecke nur sehr erfahrenen Bergwanderern empfehlen. Nach einem kurzen Aufstieg (etwa 100 Höhenmeter) erreicht man nach etwa einer Stunde den Carn mor Dearg. Zeit für eine Verschnaufpause.

An diesem Punkt des Rückweges erfuhren wir, das das Ende des Weges auf der anderen Seite von Fort Williams liegt – bezogen auf unseren Parkplatz wären das dann etwa vier Kilometer mehr Strecke gewesen. Also entschlossen wir das Tal zu durchqueren und zurück zum See zu gehen. Ein kleiner Fehler, wie sich später herausstellen sollte.

Wir machten uns auf den Weg. Auf losem Untergrund und begleitet von schottischen Schafen ging es langsam bergab. Es wurde jedoch nach einigen Metern sehr steil und der Untergrund wechselte von Schotter auf Berggras, welches mit Wasser getränkt war. Überall gab es kleine Bäche, Rinnsale, lose Untergrundteile. Einen Weg gab es nicht und aufgrund der Steilheit war der Abstieg körperlich sehr fordernd.

Im Tal angekommen fanden wir zum erneuten Aufstieg zum See einen Weg. Dieser führte uns am See entlang direkt zu unserem ersten Rastplatz. Von dort bogen wir in den Touristenstrom ein und ließen uns bis zum Parkplatz in diesem Treiben.

Alles in allem war es eine sehr schöne Tour und dank des guten Wetter`s hatten wir eine fantastische Aussicht.
Den Normalweg kann man uneingeschränkt jedem Wanderer empfehlen.
Für die gegangene Variante ist fortgeschrittene Bergerfahrung wünschenswert.








Kommentare von Lesern:

Verfasst am: 10.April 2009
Verfasst von: Kai
Bewertet als: Sehr hilfreich
Kommentar:
Tour sehr schön beschrieben. Ich habe vor die Tour im August 09 selbst zu gehen. Grüße Kai